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Friedensbemühungen im
Nahen Osten
In der Regierungszeit von Shamir erreichte die Intifada, der gewalttätige
Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzungsmacht, einen
Höhepunkt. Es kam zu Streiks, Demonstrationen und Straßenschlachten zwischen
Zivilisten und der israelischen Polizei. Die harte Reaktion der israelischen
Regierung hatte Kritik von den Vereinigten Staaten und der UNO zur Folge.
Verschiedenste Probleme führten dazu, dass die Koalition zwischen Likud und
Arbeitspartei im März 1989 auseinanderbrach. Ministerpräsident Shamir leitete
das Notkabinett bis zum Juni 1990, als es zu einer neuen Regierungsbildung kam.
Während des Golfkrieges, in dem sich die Palästinenser offen auf die Seite des
Irak stellten, schlugen mehrere Raketen auf israelischem Gebiet ein. Dabei
wurden in Tel Aviv 200 Menschen verletzt und über 900 Häuser zerstört. Israel
verzichtete in diesem Fall auf Gegenschläge, da die USA Raketenabwehrsysteme
nach Israel schickten, um die Angriffe abzuwehren und weil das internationale
Staatenbündnis gegen den Irak (unter
der Leitung der USA, dem auch einige arabische Staaten angehörten) bei einem
Eingreifen Israels sofort auseinandergefallen wäre. Am 30. Oktober 1991 wurde
eine Nahostfriedenskonferenz in Madrid einberufen, die Vertreter Israels,
Syriens, Libanons, Jordaniens und der Palästinenser zusammenbrachte. Der
formalen Eröffnung folgten bilaterale Verhandlungen zwischen den Parteien und
multilaterale Gespräche über regionale Fragen. Nachdem der Likud-Block die
Parlamentswahlen im Juni 1992 verloren hatte, bildete Itzhak Rabin, der
Vorsitzende der Arbeitspartei, eine neue Regierung. Die Ereignisse im Nahen
Osten nahmen 1993 eine überraschende Wendung. Nach Geheimverhandlungen
flogen Ministerpräsident Rabin und PLO-Chef Jasir Arafat nach Washington
D.C. und stimmten der Unterzeichnung eines historischen Friedensabkommens zu.
Israel akzeptierte darin die palästinensische Selbstverwaltung zunächst im
Gazastreifen und in der Stadt Jericho auf der West Bank und später in anderen
Gebieten der West Bank, die nicht von Juden besiedelt sind. Anfang 1994 wurden
die Verhandlungen über die Selbstverwaltung vorübergehend abgebrochen, nachdem
ein jüdischer Siedler 29 Palästinenser in einer Moschee in Hebron auf der West
Bank ermordet hatte. Im Mai 1994 zog Israel seine Truppen aus Jericho und den Städten
und Flüchtlingslagern im Gazastreifen zurück und stellte die Gebiete unter palästinensische
Kontrolle. Am 25. Juli unterzeichneten Premierminister Rabin und König Hussein
von Jordanien eine Friedensvereinbarung, mit der die seit 46 Jahren bestehenden
Spannungen zwischen beiden Nationen gelöst wurden. Die Vereinbarung wurde im
Weißen Haus in Anwesenheit von US-Präsident Bill Clinton unterzeichnet und
bildete die Grundlage zu einem umfassenden Friedensvertrag. Dieser wurde am 26.
Oktober 1994 von den Ministerpräsidenten
Majali und Rabin am Arawa-Grenzübergang, unterzeichnet. Damit wurde Jordanien
das zweite arabische Nachbarland, das mit Israel Frieden geschlossen hat Die palästinensischen
und rechtsgerichteten israelischen Gegner versuchten nun diesen Friedensprozess
anzugreifen. Der Höhepunkt dieser Konterbewegung folgte am 4. November 1995.An
diesem Tag wurde Ministerpräsident Rabin in Tel Aviv bei einer
Friedensdemonstration von einem fanatischen israelischen Gegner der Aussöhnungspolitik
erschossen. Außenminister Shimon Peres übernahm daraufhin kommissarisch die
Amtsgeschäfte Rabins. Der Führer des konservativen Likud-Blocks, Benjamin
Netanjahu, wurde nach den Wahlen am 29. Mai 1996 nun neuer Premierminister.
Netanjahu erklärte nach seiner Wahl, dass er den Friedensprozess fortsetzen und
alle internationalen Verträge einhalten werde. Trotzdem ging er nicht gerade
feinfühlig mit den Palästinensern um. Der zugesagte Abzug der israelischen
Armee aus Hebron wurde immer wieder hinausgezögert. Erst am 17. Januar 1997 zog
sich die israelische Armee aus dem größten Teil Hebrons zurück. In dem
"H 2" genannten jüdischen Teil Hebrons blieben jedoch 2 000
israelische Soldaten stationiert. Gemeinsam mit der palästinensischen Polizei
sollte die Sicherheit der etwa 400 jüdischen Siedler gewahrt werden. Trotzdem
flammten immer wieder Proteste von Palästinensern gegen die Siedlungspolitik
Netanjahus auf. Bis heute konnte kein absoluter Frieden hergestellt werden.
verfasst von: Madlen Gabsch und Susan Graf
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